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Deutsche Wirtschaftsdelegation vertieft die Beziehungen zu Argentinien

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Eine hochrangige Delegation der deutschen Wirtschaft besuchte die Region, um aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen zu erörtern, neue Kooperationsmöglichkeiten zu identifizieren und die Beziehungen zu Argentinien weiter auszubauen. In einem herausfordernden globalen Umfeld wurde die strategische Bedeutung der Region für Deutschland unterstrichen.

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Wir begrüßten eine hochrangige Delegation führender Vertreter der deutschen Wirtschaft, angeführt von Dr. Volker Treier, Außenwirtschaftschef und Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), sowie Ingo Kramer, Vorsitzender der Lateinamerika-Initiative der Deutschen Wirtschaft (LAI). Der Besuch war Teil einer regionalen Reise mit Stationen in Argentinien, Uruguay und Brasilien.
 

Während ihres Aufenthalts in Argentinien nahm die Delegation an einem Wirtschaftsrundtisch im argentinischen Außenministerium teil, der gemeinsam mit dem Unterstaatssekretär Tomás Villalba veranstaltet wurde. Darüber hinaus fanden Gespräche mit Vertretern deutscher Unternehmen in Argentinien sowie mit Repräsentanten der AHK Argentinien statt. Im Mittelpunkt standen der Austausch über die aktuelle wirtschaftliche Lage, das Geschäfts- und Investitionsklima sowie Möglichkeiten zur weiteren Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit.
 

Im Anschluss setzte die Delegation ihre Reise in Uruguay fort, wo die Regionalkonferenz der AHKs Nord- und Lateinamerikas stattfand. Die Konferenz bot eine wichtige Plattform für den strategischen Austausch zwischen den deutschen Auslandshandelskammern der Region über aktuelle Herausforderungen und Chancen der internationalen Wirtschaft.
 

Dabei wurde insbesondere die strategische Bedeutung des amerikanischen Kontinents für die deutsche Wirtschaft hervorgehoben. Weitere Schwerpunktthemen waren die Stärkung globaler Lieferketten, die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte sowie aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Regulierung und Investitionsstandorte. Darüber hinaus wurde die wachsende Bedeutung Lateinamerikas in einem von wirtschaftlichen Veränderungen und geopolitischen Spannungen geprägten internationalen Umfeld diskutiert.
 

Der Besuch unterstreicht das Engagement deutscher Institutionen und Unternehmen, die wirtschaftlichen Beziehungen zur Region weiter auszubauen und den Dialog zu fördern, um Handel, Investitionen und die Zusammenarbeit zwischen Argentinien und Deutschland nachhaltig zu stärken.

Volker Treier
Volker Treier, Leiter der Abteilung Außenhandel und Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK).

Interview mit Volker Treier (DIHK): „Argentinien spielt eine sehr wichtige Rolle“

 

Wie beurteilen Sie heute das Potenzial Argentiniens und Lateinamerikas im Rahmen der internationalen Wirtschaftsstrategie Deutschlands?

Lateinamerika gewinnt für die deutsche Wirtschaftsstrategie spürbar an Gewicht – insbesondere als Partner für Diversifizierung von Lieferketten, Rohstoffen und Energie. Die Region bietet genau die Ressourcen, die Deutschland für Transformation und Resilienz benötigt, und die Erwartungen der Unternehmen sind positiv: 57 % sehen eine bessere Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten. deutlich mehr als im globalen Durchschnitt. Argentinien nimmt dabei eine besondere Rolle ein: Trotz bestehender struktureller Herausforderungen eröffnet der wirtschaftspolitische Kurs neue Chancen, etwa durch Marktöffnung und Investitionsanreize. Mit einem BIP von rund 685 Mrd. US‑Dollar und Wachstumsraten von über 4 % entwickelt sich das Land dynamischer als viele andere Märkte der Region. Besonders strategisch relevant ist seine Rolle als Rohstoffstandort – etwa mit knapp einem Fünftel der weltweiten Lithiumressourcen sowie großem Energiepotenzial (Vaca Muerta). Gleichzeitig bleibt Argentinien ein anspruchsvolles Umfeld, insbesondere mit Blick auf Planbarkeit und regulatorische Rahmenbedingungen. Gerade deshalb besteht aus deutscher Sicht ein besonderes Interesse, die wirtschaftliche Öffnung aktiv zu begleiten. Insgesamt ist Lateinamerika damit ein „natürlicher Partner“ für Deutschland – gerade im Kontext wachsender Abhängigkeiten von anderen Märkten.

 

Welche Möglichkeiten sehen Sie in einem globalen Kontext, der von geopolitischen Spannungen und dem Wandel der Wertschöpfungsketten geprägt ist, die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Lateinamerika zu vertiefen?

In einer zunehmend fragmentierten Weltwirtschaft verschiebt sich der Fokus von Effizienz hin zu Resilienz und Diversifizierung von Wertschöpfungsketten
Hier bietet Lateinamerika große Chancen: Die Region ist geopolitisch vergleichsweise stabil, rohstoffreich und weniger direkt von aktuellen Konflikten betroffen. Handelsabkommen wie das EU‑Mercosur‑Abkommen, von dem sich 44 % der international tätigen Unternehmen konkrete Effekte versprechen, schaffen zusätzlich besseren Marktzugang und senken Kosten. Gleichzeitig können Deutschland und Europa mit Technologie, nachhaltigen Lösungen und beruflicher Ausbildung punkten. Eine engere Kooperation ist daher nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch strategisch notwendig, um in einem Wettbewerb mit China und den USA langfristig handlungsfähig zu bleiben.

 

Welche Rolle kann das Netzwerk der AHKs in einem für den Handel und die unternehmerische Zusammenarbeit zunehmend schwierigen internationalen Umfeld spielen?

Das AHK‑Netzwerk spielt gerade in einem immer komplexeren und unsichereren internationalen Umfeld eine Schlüsselrolle. Mit mehr als 150 Standorten in über 90 Ländern bietet es deutschen Unternehmen einen einzigartigen Zugang zu lokalen Märkten, Partnern und politischen Entscheidungsträgern. In Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen, volatiler Lieferketten und steigender Kosten liefern die AHKs vor allem Orientierung und konkrete Unterstützung – von Marktanalysen über Geschäftsanbahnung bis hin zur Einordnung regulatorischer Risiken. Sie wirken damit als wichtiger Stabilitätsanker für internationale Wirtschaftsbeziehungen und helfen Unternehmen, ihre Strategien konsequent auf Resilienz und Diversifikation auszurichten. Gerade in Regionen wie Lateinamerika tragen sie dazu bei, neue Partnerschaften aufzubauen und bestehende wirtschaftliche Verflechtungen zu vertiefen.
 

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