Logo der Deutsche-Argentinische Industrie- und Handelskammer

Ratifizierung des EU-Mercosur-Abkommens: Ein Meilenstein für die bilaterale Zusammenarbeit

  • News

Nach 26 Jahren Verhandlungen schließen Argentinien und die EU ein Abkommen, das den Handel, die Investitionen und die strategische Zusammenarbeit zwischen beiden Blöcken stärkt.

Fotos secciones web (25).png
Canva Pro

Nach 26 Jahren Verhandlungen mit Fortschritten und Rückschritten hat Argentinien das Handelsabkommen zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union (EU) ratifiziert – ein Wendepunkt für die internationale Positionierung des Landes.
 

Mit 69 Ja-Stimmen, 3 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen hat der argentinische Senat das bilaterale Abkommen in nationales Recht umgesetzt. Nun muss es noch reguliert werden, bevor es vollständig in Kraft treten kann. Damit gehört Argentinien gemeinsam mit Uruguay zu den ersten Mercosur-Mitgliedstaaten, die den legislativen Prozess abgeschlossen haben.
 

Das Abkommen zwischen Mercosur und EU ist das Ergebnis von über zweieinhalb Jahrzehnten intensiver Verhandlungen, die Ende der 1990er-Jahre begonnen hatten. Es schafft einen gemeinsamen Rahmen für den Austausch von Waren und Dienstleistungen, Investitionen sowie für die Kooperation zwischen beiden Regionen und etabliert eine der größten Freihandelszonen weltweit.
 

Das Abkommen verbindet die 27 EU-Mitgliedstaaten mit den Gründungsstaaten des Mercosur – Argentinien, Uruguay, Brasilien und Paraguay. Gemeinsam repräsentieren diese Länder rund 30 % des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und mehr als 700 Millionen Verbraucher.
 

Kernpunkte des Abkommens sind unter anderem die schrittweise Abschaffung von Zöllen auf über 90 % des bilateralen Handels. Ziel ist es, den Marktzugang zu erleichtern, Kosten für Exporteure und Importeure zu senken und neue Chancen für die produktiven Sektoren beider Regionen zu schaffen.
 

Die Ratifizierung durch den Gesetzgeber markiert den Beginn einer neuen Phase: die Regulierung und anschließende Umsetzung der vereinbarten Verpflichtungen. Analysten und Verantwortliche betonen, dass die zentrale Herausforderung darin besteht, das Abkommen in konkrete wirtschaftliche Ergebnisse umzusetzen – in einem globalen Umfeld, das von Handelskonflikten und der Neuausrichtung strategischer Partnerschaften geprägt ist.
 

Die AHK Argentinien wertet das Abkommen als strategischen Meilenstein für die Zukunft beider Regionen. Gemeinsam mit den AHKs in Brasilien, Paraguay und Uruguay eröffnet sich eine historische Chance, den Handel und die Investitionen zwischen Europa und Mercosur deutlich zu vertiefen und gleichzeitig die institutionelle Zusammenarbeit und nachhaltige Entwicklung zu stärken.
 

Mit einem Markt von 270 Millionen Menschen und einem BIP von 2,7 Billionen Euro ist der Mercosur ein strategischer Partner für Europa. Die EU investiert rund 388 Milliarden Euro in die Region und sichert durch ihre Exporte mehr als 756.000 Arbeitsplätze. Durch die Abschaffung von Zöllen und Handelsbarrieren könnten europäische Unternehmen jährlich über 4 Milliarden Euro einsparen – ein Beleg für die Bedeutung des Abkommens für Wachstum und Zusammenarbeit auf beiden Seiten.
 
 „Das Abkommen eröffnet neue Möglichkeiten, insbesondere in Schlüsselbranchen der Zukunft. Durch die Stärkung und Diversifizierung globaler Wertschöpfungsketten trägt das Abkommen zu einer höheren Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und Vorhersehbarkeit der Regulierung bei, was Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks zugutekommt“, erklärte Patricia Martin, Leiterin Operations und Support und Mitglied des Strategischen Lenkungsausschusses der AHK Argentinien.

 

Quelle: Deutsche Welle; Infobae 

In den Kategorien:

Suchen Sie etwas Anderes?

In unserem Informationszentrum finden Sie aktuelle Neuigkeiten, Downloads, Videos, Podcasts...

Zum Info Hub